Online-Veranstaltung: Ist das System Sparkasse zukunftsfähig


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Online-Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung Saarbrücken
zum Thema “Sparkasse”. Millionen von Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land sind Kunden der Sparkassen und haben dort ihr Girokonto. An diesem Geldinstitut lässt sich aufzeigen, wie sehr es dem immer stärkeren Renditedruck des Finanzmarktes ausgesetzt ist und wie es gezwungen ist, sich von der “guten alten Sparkasse” zu verabschieden. Und dennoch versucht sie dieses Image aufrechtzuerhalten. Da entstehen Widersprüche und Spannungen, die sich auch auf  die Kundenbeziehungen auswirken.

Sparkassen sind durch Änderungen im EU-Recht schon seit Jahren gezwungen, sich dem wenig zimperlichen Rendite-Wettbewerb
des Finanzmarktes auszusetzen. Die Großbanken wollten das so, weil sie nicht mehr akzeptierten, dass die Sparkassen sich billiger bei der Zentralbank Geld (= Reserven) in Form des Kredits besorgen konnten als sie selbst. Deshalb billiger, weil die sogenannte Gewährträgerhaftung, von der die Sparkassen in der Vergangenheit profitierten, den Kredit bei der Zentralbank sicherer und dadurch billiger machte. Der Träger, d.h. die Kommune oder der Landkreis, haftete für den Kredit der Sparkasse. Definitiv seit 2015 ist das nicht mehr der Fall.

Alle die unschönen Nachrichten, die wir fast täglich gerade über Sparkassen in den Medien erfahren, haben in dieser veränderten
Wettbewerbssituation der Sparkassen eine wesentliche Ursache: einseitige Kündigung von Sparverträgen, Schließung von Filialen, die Weigerung, die Kontogebührenerhöhungen zurückzuzahlen, obwohl das Gerichtsurteil dazu ergangen ist, immer weiteres Herunterdrücken der Freibeträge für Negativzinsen, Fusionen, Erschwerung des Zugangs zu Bargeld, Aufweichen des sog. Regionalprinzips (Gefahr, dass der Begriff “Region” immer weiter gefasst wird, die Kreditvergabe einer Sparkasse ist an die geographischen Grenzen der “Region” gebunden ist), Verlagerung des Geschäftsschwerpunkts auf das Wertpapiergeschäft usw.

Die Sparkassen tun so, als seien sie immer noch die “Spar-Kasse”. Sie müssen sich dem öffentlichen Dialog mit den Bürgern stellen.
Es kann nicht sein, dass die Sparkasse ihre Öffentlichkeitsarbeit allein darin sieht, 70 und 80-Jährigen zu raten, ihr Gespartes in Aktien anzulegen,
es kann nicht sein, dass die Schalterzeiten extrem eingeschränkt werden, dafür aber Beratungszeiten für die Anlage in Aktien usw. erweitert werden …

Der Referent, Prof. Dr. Jasny aus Frankfurt gilt als Sparkassenexperte. Sein Vortrag (“Ist das System Sparksse zukunftsfähig)?” und die Diskussion mit ihm werden interessant sein und noch spannender wird es, wenn Ihr dabei seid und Euch einmischt.