Die gute alte Sparkasse?

Ein Beitrag von Franz Schneider, Saarbrücken

Bei der Gründung der Sparkassen Ende des 18. Jahrhunderts sollte ärmeren Volksschichten die Möglichkeit zum Sparen im Rahmen eines Kreditinstituts und damit zur privaten Vermögensbildung gegeben werden.

Sparsamkeit als Dienst an der Nation und am Volk. Dieser Gedanke lag der Einführung des Weltspartages am letzten Werktag im Oktober 1925 für den Wiederaufbau Deutschlands zugrunde. Den Nazis diente er bis 1945 zur Kriegsfinanzierung.

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Isch hab mei Handy vergesse. Des tut so weh

Isch dös uff meim Sitz, kumm im ICE vun Määnz
Alle hänge an ihrm Handy, aa die Fraa vor mir hot ääns
Jeder iss so wischtisch weil er jemand kennt
Dem wo er was verzählt – bloß isch hock do mit leere Händ

Isch hab mei Handy vergesse
Des tut so weh
Kää Foddo, kää SMS, kää Mail
Isch hab moi Handy vergesse
Was isch erleb un seh
Glabt mir hinnerher
Kääner mehr
Wenn ischs nät glei verzähl

Heut bleibt mei Küsch mol kalt, isch les die Kart im Reschtauraa
Vor lauter Bääm seh isch kään Wald, allaa, frog isch de Garçon
Der rät mir zu Spinaccio – Spaghetti in Nuss –
Serviert uffem Maffiateller, mit odder ohne Schuss

Später beim Zahnarzt zur feschtgelegte Stund
Isch verguck misch in sei Aache, un er sisch in mein Mund
“Ä Bloomaul”, sagt er, “muss ma verwöhne!”
Do trifft er mein Nerv, un ganz Mannem hört misch stöhne:

Isch hab mei Handy vergesse
Des tut so weh
Kää Foddo, kää SMS, kää Mail
Isch hab moi Handy vergesse
Was isch erleb un seh
Glabt mir hinnerher
Kääner mehr
Wenn ischs nät glei verzähl

In der Pretty-Pink-Buddik gibts Schuh fer Stelzeschritt
Isch kaaf mir se, dazu ä Königskleid im Kaiserschnitt
Än Hut mit Nescht
Fers nägschte Fescht
Isch schwitz
Un bin in Hitz
Hab alles, awwer fühl misch wie’n Flamingo in de Pfütz

In de ‘Fressgass’ seh isch die Hildegard vorm Döner Ücgün Salm
Ihr Handy am Ohr hot ä Form wie ä Yuccapalm!
Nä, iss des än Stress, isch brauch än Kir Royal
Mir werds schwarz vor de Aare, un isch denk im freie Fall:

Isch hab mei Handy vergesse
Des tut so weh
Kää Foddo, kää SMS, kää Mail
Isch hab moi Handy vergesse
Was isch erleb un seh
Glabt mir hinnerher
Kääner mehr
Wenn ischs nät glei vermail

Isch steh uffem Friedhof, Blumme in de Hand
Viel zu viel Leit do un viel zu wenisch Sand
Die newer mir im Pelz – de Kranz ä bissel klää
Trotz eiskalde Bää wars zum Heule schää

Dehäm in der Zeitung les isch vum letschte Schrei:
Ma muss heidzutag aa im Sarg erreischbar sei!
Glei schreib isch noch ä P.S. in mei Teschtament:
S langt nät, wenn Ihr ämol bloß um misch steht un flennt

Isch derf mei Handy nät vergesse
Beim letschte Gang
Schunscht grigg isch fer die Ewischkeit kää Ruh!
Isch derf mei Handy nät vergesse, des wär mein Unnergang
Un legt mir, gell
Fer alle Fäll
Aa Akkus dazu!

joana ernetz ich hab mei handy vergessen

Franz Josef Degenhardt zum 90. Geburtstag – Teil 2

Der nachfolgende Text erschien zum 80. Geburtstag von Franz Josef Degenhardt, also vor etwa 10 Jahren in Melodie&Rhythmus, Vol. 55, No.6, 2011. Die treffende Analyse und Wertschätzung lohnt die Wiedergabe auch aus Anlass seines 90. Gegurtstages.

Franz Josef Degenhardt – Der realistische Träumer

Von Ingar Solty

Die Biographie von Franz Josef Degenhardt besitzt unzählige Facetten: Zu würdigen wäre der Belletrist, der angefangen von seinem 1973 erschienenen, autobiographisch eingefärbten Erstlingswerk „Zündschnüre“ über Heranwachsende in der Endphase des Dritten Reiches bis zu seinem 1999 veröffentlichten Roman „Für ewig und drei Tage“ über die Zeit des Zusammenbruchs des Realsozialismus sieben erstklassige Romane und ein Kinderbuch veröffentlicht hat. Gewürdigt werden könnte durchaus auch der Wissenschaftler Franz Josef Degenhardt (FJD), der 1966 mit einer Arbeit über „Die Auslegung und Berichtigung von Urteilen des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaft“ promovierte. Schließlich wäre auch der praktische Jurist und politische Mensch Franz Josef Degenhardt zu würdigen, der als Linksanwalt der APO und öffentlicher Intellektueller in Publizistik, Radio und Fernsehen jahrzehntelang präsent gewesen ist.

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Franz Josef Degenhardt zum 90. Geburtstag – Teil 1

Der realistische Träumer, Franz Josef Degenhardt, zählt bis heute zu den bekanntesten Liedermachern Deutschlands mit internationalem Ruf.

1965 erschien sein Album „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“, dessen Titellied ihn berühmt machte. Viele seiner Lieder wurden zu Klassikern des politischen Liedes und wirkten stilbildend auf eine ganze Generation deutscher Liedermacher.

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Corona – auf der Suche nach der Wahrheit Dokumentation (Teil 3)

Bisher gab es zwei Folgen dieser Dokumentation zu Corona. Zu Wort kamen Top Experten und Nobelpreisträger aus aller Welt. Schon in den beiden ersten Folgen wurde nicht nur dichte wissenschaftliche Information geboten, man konnte sich auch davon überzeugen, dass in anderen Staaten ohne die massiven Grundrechtseinschränken, ohne Masken, ohne Schließungen und ohne Impfzwang weit bessere Ergebnisse erzielt wurden als bei uns.

https://www.servustv.com/aktuelles/v/aa-28zh3u3dn2111/

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Initiative Zusammenhalten

gegen Armut per Gesetz

„Familien, die von einem kleinen Einkommen oder von Sozialleistungen leben müssen, droht in diesem Jahr das Frieren unter dem Weihnachtsbaum.“ Das erklärte bereits Anfang Dezember, die Präsidentin des Sozialverbandes. Für diese Familien bedeute die Energiepreisentwicklung, entweder weniger Geld für Lebensmittel und Kleidung zur Verfügung zu haben oder im Winter ihre Wohnung nicht angemessen warmhalten zu können.

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Was Russland den USA und der NATO als gegenseitige Sicherheitsgarantien vorschlägt

Russland hat am Freitag, 17. Dezember 2021, zwei Verträge veröffentlicht, die es mit den USA und der NATO abschließen möchte, um gegenseitige Sicherheitsgarantien zu schaffen. Im folgenden erläutert der in St. Petersburg lebende Experte für Osteuropa, Thomas Röper, was die Punkte der Verträge bedeuten.

Nato-Russland-Grundakte

1997 wurde die Nato-Russland-Grundakte abgeschlossen, in der die NATO sich verpflichtet hat, keine zusätzlichen Truppen in den Gebieten neuer Mitglieder aufzustellen und es wurde eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit vereinbart. Die Nato-Russland-Akte ist inzwischen de facto tot, denn die Entsendung von NATO-Truppen ins Baltikum, die Stationierung der US-Raketenabwehr in Rumänien und Polen und andere Truppenstationierungen der USA in Osteuropa waren amerikanische Vertragsbrüche.

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Weihnachten hinter Gittern

Wie britische und amerikanische Behörden mit Julian Assange umspringen, lässt nur eine Schlussfolgerung zu — sie wollen seinen Tod

Julian Assange, der als Journalist US-Amerikanischen Kriegsverbrechen enthüllte und unter falschen Anschuldigungen seit mehr als 10 Jahren verfolgt und inhaftiert wird, kämpft nun gegen seine Auslieferung in die Hände der US-Justiz. Während er wohl zum dritten Mal in Folge Weihnachten hinter Gittern verbringen muss, hat sich sein Gesundheitszustand sehr verschlechtert.

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Eine Weihnachtsgeschichte von Maksim Gorki

„Von dem Jungen und dem Mädchen, die nicht erfroren sind“ – Auszug

Vorbemerkung von Maksim Gorki:
In den Weihnachtserzählungen ist es seit jeher Brauch, alle Jahre eine Anzahl von armen Kindern erfrieren zu lassen. Der Junge oder das Mädchen aus einer ordentlichen Weihnachtserzählung stehen gewöhnlich vor dem Fenster irgendeines großen Hauses, betrachten durch die Scheiben voller Bewunderung den Weihnachtsbaum, der in den luxuriösen Zimmern erstrahlt, und dann erfrieren sie, nachdem sie eine Menge Unangenehmes und Bitteres erfahren haben.

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